A062B-LZOS_for_APM175-1400 Portugal - auf Herz und Nieren geprüft

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Der erste Eindruck

Bei derartigen Objektiven frage ich lieber nicht nach dem Preis - nicht jeder wird in seiner Schatulle den nötigen Betrag zusammen-kratzen können.
Dafür aber - und das ist das Positive daran - bekommt man eines der hochwertigsten und farbreinsten Optiken, wie sie der Astro-Markt zu bieten
hat. Damit ist die Vorfreude beim Testen derartiger Hochleistungs-Objektive garantiert, besonders wenn man auch viele andere Optiken kennt, mit
denen man auch was sieht . . . wenn man es nicht besser kennt.


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Bereits der Eingangs-Test, "Artificial Sky Test" genannt, liefert bei 777-facher Höchstvergrößerung die wesentlichen Informationen ab: Auflösung entspricht
der Formel, Zentrierung perfekt, kein Astigmatismus, sphärische Aberration ist OK. Rechts im Bild ist die länger-belichtete Dreier-Grppe eingeblendet, die
auch die BeugungsRinge zeigt, und damit die perfekte Zentrierung. Artificial Sky Test - Anfangsbericht ;   Einzel-Beispiele zum Artificial Sky Test

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Der Sterntest zeigt, ähnlich wie der Foucault-Test, eine "Mulde" in der Mitte, die optisch unbedeutend ist und weit unter PV L/10 wave liegt. Sie bildet sich auch
im Foucault-Test ab, der aber vor allem auch einen sehr farbreinen Apochromaten zeigt. Danach folgen zwei Ronchi-Bilder: 13 lp/mm und 30 lp/mm, womit
dokumentiert ist, daß Linien-Gitter mit höherer Frequenz nicht unbedingt besser in der Auflösung sind. Der Lyot- und Rauhheits-Test bildet die Summe von
12 Einzelflächen ab, die man im Foucault-Test so nicht sieht. http://rohr.aiax.de/hp_new/lyottest.php

http://rohr.aiax.de/APM_071_03.jpg
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Derartige Objektive haben ihr Optimum im grünen Spektrum, also bei 546.1 nm wave bzw. der e-Linie bei Fraunhofer.   http://rohr.aiax.de/@Muster_Curve.png
Für ein visuelle Beobachtung wäre das Spektrum bei 510 nm wave wünschenwert, für die Sonnenbeobachtung eher das Optimum in der Nähe von H-alpha von
656.3 nm wave. Interessanterweise erfüllt diese Optik beide Wünsche fast perfekt, wie die spätere Untersuchung noch zeigen wird.

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Die Energie-Verteilung in der PSF-Darstellung

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Die Wellenfront-Darstellung

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und schließlich der Test-Report, der einen kleinen Betrag besser ausfällt.

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ohne oder mit Glasweg ?

Das Design dieser Optik geht von keinem Glasweg aus, wie das zuweilen bei den Zeiss APQ Objektiven im Wechsel war. Insofern ist die Untersuchung, ob ein 
Glasweg die Farb-Situation noch verbessert, eigentlich überflüssig. Man nimmt einen guten Zenit-Spiegel, und damit hat man dann eine excellente farbreine
Abbildung. Diesen Sachverhalt sieht man bereits im Verlauf der Streifen-Bilder: Ist der Farblängsfehler bei Blau und Rot größer, dann kippen die Streifen
stärker nach oben oder unten (am Rand) ab. Bei dieser Untersuchung wird vom Fokus-Punkt Grün die Abweichung von Blau und Rot untersucht.
http://rohr.aiax.de/spherometer21.jpg

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Ein RC_Index-Wert von 0.2919 ist kaum zu toppen.

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Hier der verwendete Glasweg von 47 mm

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und hier die gemessenen und über die Pfeilhöhe gerechneten Werte für den Farblängsfehler

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Der Glasweg verbessert also das Sekundäre Spektrum NICHT.

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Zwei Sonnenfilter im Vergleich

Beide Sonnenfilter sind prinzipiell ein optisches Fenster, also planparallele Platten, die zunächts keinen Einfluß auf die optische Qualität des Apochromaten
haben. D.h. selbst bei einer leichten Verkippung dieser Filter ändert sich an der opt. Qualität des Systems nicht. Wohl aber ändert sich der spektrale
Durchlaß um wenige Nanometer,  die aber auf den Strehlwert keinerlei Einfluß haben. Es ist daher immer sinnvoll, diese Filter wie ein opt. Fenster zu
behandeln und vor allem im System zu prüfen. Man prüft also auf Durchgang durch das Medium Filter und nicht dessen Oberflächen.

Nun hat/führt aber Filter 1 hauptsächlich Astigmatismus ein, was mit seinen beiden Oberflächen zu tun hat, und er deswegen keine Planplatte im strengen Sinne ist. Am unteren
Vergleich kann man den Sachverhalt erkennen: Der Astigmatismus steckt im Filter selbst, und nicht etwa in der Verkippung des Filters/Planplatte. Gegen einen Kugel-Spiegel geprüft,
erhält man dieselbe Abweichung bei Filter 1.

http://rohr.aiax.de/APM_071_15.jpg
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Dei beiden Filter im Vergleich, Filter 2 schneidet eindeutig besser als opt. Fenster ab  -  ich würde also Filter 2 bevorzugen.
Beide Filter werden vom gleichen Hersteller vertrieben, wie man sehen kann.

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Sekundäres Spektrum zwischen h-Linie und C-Linie

Eine längere Untersuchung stellt die Farbsituation dieser Optik dar, die offenbar in einem weiten Spektrum verwendet werden soll. Das tiefe Violett mit
der h-Linie und der g-Linie ist mit dem Auge kaum noch zu sehen, und deswegen auch nicht ganz einfach darstellbar über ein Interferogramm. Auch
im roten Spektrum reichen meine Filter bis zur H-alpha Linie, wie sie für die Sonnen-Beobachtung gebraucht wird. Bei längeren Wellenlängen wird
vermutlich die Unterkorrektur bei der Spherical auch größer sein.

Hier also der Satz-Interferenz-Filter, der mir für diese Untersuchung zur Verfügung steht.

http://rohr.aiax.de/APM_071_20.jpg
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Aus redaktionellen Gründen muß man das folgende Bild anklicken, damit man die Übersicht gut erkennen kann. Die deutlichste Abweichung hat dieses Objektiv jenseits
der F-Linie, sodaß die g-Linie und die h-Linie mit ca. PV L/3 überkorrigiert reagiert. Macht jedes Objektiv mehr oder weniger deutlich. Im roten Spektrum sind diese
Objektive für gewöhnlich leicht unterkorrigiert, in diesem Fall mit PV L/12 wave.

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Hier die Werte in einer Übersichts-Tabelle

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Und hier die Situation in einem Säulen-Diagramm:
Man kann auf jede Farbe fokussieren, besonders wenn man in bestimmten Wellenlängen arbeiten will, das wäre der gestrichelte obere Teil der
Säulen. Bei visueller Benutzung fokussiert man in der Regel auf Grün als Hauptfarbe, demzufolge reagieren die restlichen Farben
defokussiert entsprechend dem Farblängsfehler, und das reduziert den Strehlwert über die Power. Besonders die h-Linie geht dann gewissermaßen
"in den Keller". Insgesamt macht dieses Objektiv trotzdem für eine breite Anwendung einen sehr guten Eindruck.

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Apertur und Strehl

Welche Gründe auch immer für eine Reduzierung der Öffnung sprechen, die Apertur/Öffnung dieses Apochromaten sollte man möglichst nicht verkleinern wollen,
außer vielleicht bei der Sonnenbeobachtung. Man muß also nicht mehrere Blendringe mit unterschiedlichen Durchmessern schneiden, sondern es reicht völlig,
ein I_Gramm mit Durchmesser 175 im Computer auf analoge kleinere Durchmesser auszuwerten. Mun tut sich leichter, die Pixel über einen Dreisatz herunter
zu rechnen. Prinzipiell bedeutet aber ein kleinerer Durchmesser eine geringere Auflösung nach der Formel für 550 nm wave: 
Auflösung = 138.4038 / D [arcsec]


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Durchmesser 107 mm

Bei einem kleineren Durchmesser fallen die Abweichungen/Öffnungsfehler im Zentrum stärker ins Gewicht und reduzieren den
Strehlwert geringfügig. Spherical wäre dann gerade mal PV L/12.7 ! Die Auflösung aber nur 1.293 arcsec.


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Durchmesser 140 mm, die Auflösung aber 0.988 arcsec

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Durchmesser 156 mm die Auflösung aber 0.887 arcsec. Bei voller Öffnung von 175 dagegen 0.790 arcsec.

http://rohr.aiax.de/APM_071_27.jpg
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Meine Leser sind eingeladen, zu diesem Bericht einen Kommentar anzufügen, Deutsch oder Englisch, das steht Ihnen frei.
May be I'll get some fotos from this astronomers to confirm this hight quality.
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Kommentare   

# Pedro Santos 2014-12-08 20:46
Ich entschuldige mich für das Schreiben in Englisch, mein Deutsch ist nur google translaste.
I am the proud owner of this lens. I was very happy to know the green strehl is 0.990 when LZOS test report is 0.967.
But my main goal for this test was the spectrum analysis, both focused at green and focused at each wavelength.
Because a difference from 96% to 99% strehl on green is not very noticeable, but a 60% strehl on red or blue is problematic to me.
And Wolfgang tested it at 9 different wavelength, from 405 to 656nm!
I use the scope a lot for solar Ha, so I was also very happy to see it has a strehl of 0.962 at Ha. And even focused on green, Ha is still 0.953. Excellent.
The extreme blue (405nm) is not very good, but that is usual, I guess very few apos have correction there much better. I wonder what are the better refractors (apo or achro of 100-130mm up to 1200mm focal length) for the extreme blue (405nm or 393nm) focused at that wavelength. This is for solar CaK, where apertures above 100 or 130 are not needed, because resolution is linear dependent of wavelength, and 100mm Cak has higher resolution than 150mm Ha.

It was also important to me to know the spherical aberration evolution along the spectrum. Sometimes a glass path (for example prism diagonal) is used to correct SA towards the red, but as this lens is well corrected on green and red, glass path does not help and only makes it worse. This is told by the SA values on the table and then confirmed by the glass path test made by Wolfgang.

For this lens I have an excellent custom made tube by APM. So this is my dream scope.
LZOS has discontinued this model, to continue only with the 180 f/7 model.
# Pedro Santos 2014-12-08 20:47
I learned a lot during this testing process. I learned to use Atmos Fringe software and bought it from Massimo Riccardi. I am now able to simulate a lot a of conditions, such as aperture stop down at each wavelength, and isolate certain optical properties with the Zernike polynomials. And I now can better interpret all the diagrams, because I can simulate changes and see the results.
So I recommend to everyone testing with Wolfgang and then for the more curious testing with Atmos Fringe. Wolfgang sends a CD with the inteferometer images and Fringe Files, so that we can play and simulate with Atmos Fringe.

Thanks a lot to Wolfgang. More optics on the way in January for testing.

Pedro
# Beat Fankhauser 2014-12-13 17:32
Lieber Wolfgang,

Ich gratuliere Dir zu diesem interessanten und umfassenden Bericht!
Hier braucht dann wirklich niemand mehr einen Polystrehl.

Gruss: Beat